Ceibo in der RegenzeitWarum Trockenwälder in den "immergrünen Tropen"?

Entgegen der verbreiteten Meinung gibt es in den Tropen Lateinamerikas auch Gebiete mit längeren Trockenzeiten. Dauern die niederschlagsarmen Zeiten länger als fünf Monate im Jahr, treten laubwerfende Vegetationsformen an die Stelle der immergrünen Regenwälder. In den amerikanischen Tropen finden sich Trockenwälder vor allem entlang der Pazifikküste, wie beispielsweise in der Region Tumbesina, die sich auf etwa 130.000 km2 von Nordecuador bis Huacho in Peru erstreckt. Der Grund für die geringen Niederschläge dort ist der Humboldt-Strom, der kühles Oberflächenwasser vor die Küste Ecuadors führt. Über dem kalten Wasser kühlen sich die Winde vom Pazifik ab. Sie können daher nur wenig Feuchtigkeit speichern. An Land erwärmt sich die Luft wieder und die relative Luftfeuchtigkeit sinkt, was geringe Niederschläge zur Folge hat.

Trockenwälder werden vom Experten als die am stärksten bedrohten Lebensräume im tropischen Tiefland betrachtet: In Ecuador sind nur noch etwa zwei Prozent der ursprünglichen Trockenwälder erhalten - höchste Zeit, aktiv zu werden. Durch intensive Beweidung wird die Regeneration der Bäume unterbunden und der Unterwuchs oft völlig zerstört. Zurück bleibt ein für Ziegen ungeniessbares, halluzinogenes Windengewächs (Ipomea carnea). Auch Holzeinschlag und das Sammeln von Brennholz spielt eine Rolle bei der Zerstörung der seltenen Wälder.

Trockenwaldrest in SüdecuadorIntensive ZiegenbeweidungWälder degradieren zu einer Buschlandschaft (Ipomea)