Erweiterung des Podocarpus Nationalparks - Erste Erfolge!

An das südliche Ende des Podocarpus Nationalparks schließt sich die Gebirgskette "Cordillera Sabanilla" an, die sich bis an die peruanische Grenze erstreckt, und dort als "Cordillera de Calima" fortsetzt. Mit Gipfeln bis etwa 3900m ist dies das höchste Berggebiet Südecuadors. Auf peruanischer Seite fällt es schnell in eine wüstenartige Senke ab. Sehr alte Gesteine (Granite, Gneis) treten hier an die Oberfläche. Auf kargem Boden gedeihen eine besondere Flora und Fauna. Die Wälder der Sabanilla sind als Wassereinzugsgebiet für den Catamayo, den größten zum Pazifik fliessenden Fluß Südecuadors und Nordperus, unersetzlich.

Aus diesem Grund bemühte sich unsere Partnerorganisation NCI seit Jahren um eine Ausweisung des gesamten Massivs als Wasserschutzgebiet, das in Zukunft dem Podocarpus Nationalparks angegliedert werden sollte. Zusammen mit den auf peruanischer Seite gelegenen Lagunas Huaringas würde ein ca. 350.000 Hektar großes, grenzübergreifendes Schutzgebiet entstehen. Dem ecuadorianischen Umweltministerium wurde ein entsprechender Antrag vorgelegt, dem im Juni diesen Jahres statt gegeben wurde.

Eine Fläche von 73.000 Hektar wird demnach als Wasserschutzgebiet ausgewiesen - ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur geplanten Erweiterung des Podocarpus Nationalparks über die Grenzen Perus hinweg!

 

Neben den artenreichen Bergwäldern, die denen des Podocarpus ähneln, sind besonders die zwischen 3500-3900m hoch gelegenen alpinen Grasländer interessant, die sich stark von den nördlichen Paramos des Podocarpus Parks unterscheiden. Schon kurze Untersuchungen förderten noch unbekannte Arten zu Tage, darunter eine Baumart, die zur Gattung Axinea zugeordnet wird. Nur ein Dutzend Exemplare dieses Gewächses konnten bisher gefunden werden. Neu entdeckte Baumart (Axinea) aus der Cordillera Sabanilla

Lagunenreiche Cordillera SabanillaDie kalten Hochflächen der Cordillera Sabanilla werden von zahlreichen kleinen und größeren Lagunen geprägt, die für die lokale Bevölkerung als Sitz der Apus, der Berggeister, heilig sind. Immer wieder kann man Heilern, sogenannten "curanderos" begegnen, die am Ufer solcher Seen ihre Heilzeremonien durchführen, bevor die Patienten ein reinigendes Bad im eiskalten Wasser nehmen müssen.

Auch diese Region, die durch den Konflikt zwischen Ecuador und Peru lange unberührt geblieben ist, ist inzwischen stark bedroht. Entlang einer neuen Strasse dringen immer mehr Siedler vor, der Bergwald wird abgebrannt. Gelegentlich erreicht das Feuer auch die Grassländer und zerstört die empfindliche Flora.