Gefährdung

Obwohl große Teile des Podocarpus Nationalparks noch weitgehend unberührt sind, ist das Paradies im Süden Ecuadors bedroht.

Goldabbau in Nambija am SO Rande des NationalparksDie Ausbeutung der Goldressourcen stellt eines der größten Probleme dar, dessen Ausmaß vielleicht daran ermessen werden kann, dass 99% der Nationalparkfläche als Gold-Konzessionen an internationale Konzerne vergeben wurden. Die Geschichte der Goldminen im Park ist kurz und zerstörerisch: Als Mitte der 80er Jahre die ecuadorianische Öl- und Bananenindustrie enorme Verluste erleiden, wird kurzerhand die Goldgräberei zum „nationalen Interesse" ernannt. 1986 gründet sich die norwegisch - ecuadorianische Firma Ecuanor, die ein Jahr später vom Instituo Ecuatoriano de Mineria (INEMIN) die Erlaubnis erhält, auf 17000 ha im Park Gold zu graben. Von Romerillos aus werden breite Zugangswege in den Park gebaut, denen v.a. die Baumarten Podocarpus (Podocarpaceae), Clusia (Clusiaceae) und Weinmannia (Cunoniaceae) zum Opfer fallen. Lokale „Mineros" nutzen die geschaffenen Zugänge, um ebenfalls ihr Glück zu versuchen. Ein Joint-Venture von Ecuanor und dem britischen Giganten Rio Tinto Zinc (RTZ) führt zu weiteren Kahlschlägen in den Wäldern für Straßenbau und Lagerplätze. Durch massiven nationalen und internationalen Druck zieht INEMIN 1991 schliesslich die vergebenen Konzessionen zurück. Erst 1993 verläßt Ecuanor endgültig den Park. 

Bis heute bleiben viele lokale „mineros" im Park, die illegal nach Gold suchen und das Gebiet unkontrolliert mit Quecksilber verseuchen. Wasserproben in Minengebieten ergaben bis zu 170-fach erhöhte Quecksilber-Konzentrationen verglichen mit den von der Weltgesundheitsorganisation angegebenen Toleranzwerten. Zeitungsberichten zufolge erleiden Kinder, die in den betroffenen Gegenden geboren werden, irreversible gesundheitliche Schäden. Insgesamt sollen ca. 5500 Personen von der Quecksilbervergiftung im Park betroffen sein. 

Weitere Folgen sind die indirekten Schäden, die durch die Goldgräberei verursacht werden. Tapire und Guane werden von den Goldsuchern gejagt und als Nahrungsquelle genutzt, Waldrodungen und nachfolgende Erosion führen zur völligen Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Schließlich ziehen Zugangswege in den Park zunehmend Siedler an, die weitere Flächen für Landwirtschaft und Viehzucht roden.