Lateinamerika ist die Heimat vieler unserer selbstverständlich genutzten Kulturpflanzen und zählt zu den wichtigen Ursprungszentren für Kulturpflanzen: 

1. Mexiko: Mais, Amaranth, grüner Pfeffer, Sommerkürbis, Gewürzpaprika auch Spanischer Pfeffer geannt, Chillies und Feuerbohnen (Gatt. Phaseolus) 
2. Peru-Bolivien-Ecuador: Kartoffeln haben ihr Ursprungsgebiet in Peru und Bolivien in der Region des Titicacasees, Tomaten, Stangen- oder Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris), Tabak, Papayas, Quinoa, Süßkartoffel oder Batate (Peru), Winterkürbis, Baumwolle, Chillies, Avocados, Paprika u.a. 
3. Chile: Chile-Erdbeere 
4. Brasilien-Paraguay: Maniok, auch Yuca oder Cassava genannt (Tiefland Brasiliens), Ananas, Erdnüsse, Cashewbaum (Ostbrasilien), Paranussbaum (Brasilien) 

Die Kartoffelpflanze stammt aus den Anden Südamerikas, wo noch heute in Peru 90 Wildformen vorkommen. Als die Spanier in die Andenländer vordrangen, lernten sie als Nahrungspflanze der dort lebenden indigenen Völker kennen. Die Knollen werden heute wie zu Kolonialzeiten durch einen Trocknungsvorgang unter abwechselnder Einwirkung von Sonne und Frost zu "chuños" (Gefriertrocknen) verarbeitet, eines jahrelang haltbaren Lebensmittels. In Bolivien werden "chuños" noch heute auf Märkten im Hochland angeboten Um 1555 gelangten die ersten rotschaligen Knollen nach Spanien. Allerdings dauerte es mehr als 200 Jahre, bis die Kartoffel zu wirtschaftlicher Bedeutung gelangte. Dank ihres hohen Stärke- und Eiweiß-Gehaltes hat die Kartoffel nicht nur Menschen in Hungerzeiten am Leben gehalten, sondern dank ihrem Gehalt an Vitamin C weite Bevölkerungskreise vor der Krankheit Skorbut bewahrt. 

Lesen Sie mehr über Gemüsearten (Tomaten, Bohnen, Mais) aus Lateinamerika auch im inka-info vom Februar 2001: "Was wäre Deutschland ohne Kartoffel?"